Rigorose Alterskontrolle via Kreditkarten, Lichtbildausweisen oder biometrischen Gesichtsscans nicht nur vor Pornoseiten, sondern auch vor Facebook, Instagram, TikTok, YouTube und Google: In Großbritannien ist das seit Kurzem Realität.
Dort verpflichtet der Online Safety Act Social-Media-Plattformen und andere Internetanbieter dazu, diverse Inhalte vor Kindern zu blocken. Doch auch Erwachsene sollen durch das Gesetz online angeblich „beschützt“ werden, etwa vor „Anstiftung zu Gewalt“ und „Terrorismus“. Eine Blaupause für Zensur? In derlei Kategorien kann man jedenfalls im Prinzip alles und jeden stecken, und tatsächlich blockt X in Großbritannien bereits vorsorglich Videos von Anti-Migrationsprotesten und selbst Parlamentsreden! Elon Musk schrieb zu dem Gesetz übrigens, sein Zweck sei die „Unterdrückung des Volkes“.
Auch ich glaube, das Argument des Kinder- und Jugendschutzes ist nur ein Vorwand, um Kontrolle und digitale Zwangsidentitäten durchzudrücken. Schließlich hat der Einfluss von TikTok, OnlyFans und Co. auf unsere Jüngsten bislang auch kaum jemanden interessiert. Jetzt aber könnten die Alterskontrollen uns staatlich gewollte digitale IDs aufnötigen – natürlich „freiwillig“. Sie könnte man als Schlüssel zum fortan abgesperrten Internet preisen. Der EU-Ansatz zu Altersschranken sei „vollständig mit künftigen EUid-Brieftaschen interoperabel“, heißt es bereits seitens der EU-Kommission. Getreu dem Motto: Schaffe das Problem und biete die Lösung.
Für mich ist echter Kinderschutz im Netz unverhandelbar. Er darf aber kein trojanisches Pferd für generelle Netzzensur und Überwachung sein. Der britischer „Online Safety Act“ ist eine Warnung für Deutschland und EU.




